100 Jahre KTZV 1925 Großwaltersdorf - KLZV Großwaltersdorf

Direkt zum Seiteninhalt
"100 Jahre Kleintierzucht in Großwaltersdorf"

In diesem Jahr feiert der Kleintierzüchterverein 1925 Großwaltersdorf e.V. sein 100jähriges Bestehen. Dieser Beitrag soll einen kurzen Überblick über die Geschichte des Vereines geben, den über alle Ereignisse zu berichten würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.
Nach einem erfolgten Zeitungsinserat fand am 10.Januar 1925 bei Herrn Gastwirt Schönberg eine Versammlung für interessierte Geflügelfreunde statt. Es hatten sich 14 Bürger des Ortes eingefunden um den „Geflügelzuchtverein Großwaltersdorf und Umgebung“ zu gründen.
In den ersten Vorstand wurden Herr Albert Lange als 1.Vorsitzender, Herr Emil Auerbach als stellvertretender Vorsitzender, Herr Albert Schreiber als Schriftführer, Herr Hugo Auerbach als stellvertretender Schriftführer, Herr Magnus Auerbach I als Kassierer und Herr Magnus Auerbach II als stellvertretender Kassierer gewählt. Zu Ausschussmitglieder wurden einstimmig ernannt Herr Artur Buschmann, Herr Albin Helbig und Herr Heinrich Schönberg.
Eine Vereinssatzung wurde auch beschlossen, diese hatte folgenden Wortlaut:

§  1  Name des Vereines ist „Geflügelverein Großwaltersdorf und Umgebung“
§  2  Jeden letzten Sonntag im Monat soll eine Versammlung stattfinden
§ 3 Alljährlich soll eine Ausstellung von selbst gezüchteten Tieren stattfinden und von unparteilichen Preisrichtern die besten Erzeugnisse prämiert          
§  4 Das Zufliegen und Laufen fremder Tiere ist beim Vorsitzenden zu melden und wird gegebenenfalls als Betrug betrachtet und der Betreffende aus dem Verein ausgestoßen wird.
§  5 Jedes aufzunehmen Mitglied soll den Auftrag guter Sitten und friedlicher Geselligkeit tragen, er muss ferner das 18. Lebensjahr zurückgelegt haben.
§  6 Der Verein wählt aller 2 Jahre den Gesamtvorstand, bestehend aus 1. und 2. Vorsitzender, Kassierer, Schriftführer mit Ihren Stellvertretern und den 3 Ausschussmitgliedern, die Ausscheidenden sind wieder wählbar.
§   7  Zur Deckung der Unkosten des Vereines ist ein Eintrittsgeld von 1,00 RM sowie eine vierteljährliche Steuer von 0,75 RM festgelegt worden.
§  8  Mitglieder welche entweder freiwillig oder notwendiger Weise aus dem Verein ausscheiden bzw. müssen, haben weder Anspruch an der Kasse noch am Vereinseigentum.
§  9  Wer mit seinen Beiträgen länger als 1 Jahr in Rückstand bleibt und wer dem Sinne der Beschlüsse des Gesamtvorstandes und der Statuten entgegenarbeitet, geht der Mitgliedschaft verlustig.
§ 10 Bei allen in Zukunft etwa nötig werdenden Neubeschaffung oder Änderung der Statuten sollen mindestens 2/3 der Mitglieder vorhanden sein.

Originalgründungsprotokoll
Die weitere Mitgliederentwicklung geht rasant aufwärts, nach dem es 14 Gründungsmitglieder 1925 waren sind es 1928 bereits 89 Mitglieder. Die erste Ausstellung wird am 05. und 06. Dezember 1925 abgehalten, leider liegen darüber keine Tierzahlen vor, laut Protokollbuch vom 21.05.1925 sollen aber vom Grünhainichener Verein 800 Nummern Käfige geborgt werden. In der nächsten Versammlung ist die Rede davon das jeweils 300 Nummern Hühner- und Taubenkäfige bestellt werden sollen, ob es sich nun um eine Ausleihe oder einen Kauf für die Ausstellung im Dezember handelt, ist dabei nicht mehr ersichtlich, weil dazu keine weiteren Aufzeichnungen vorhanden sind. Trotzdem kann man doch von einer stattlichen Anzahl von Tieren ausgehen. Offiziell wurden 1928 dann 150 Nummern Käfige von der Firma Engelmann aus Jena, für 857,50 RM gekauft. Die Käfige wurden über eine Ratenzahlung, der immer erst ein Beschluss der Mitgliederversammlung vor raus ging, bezahlt. Anfang 1930 ging die letzte Rate von 20,95 RM an die Firma Engelmann.
Der ersten Ausstellung 1925 folgten dann bis 1939 noch 10 weitere, eine davon wurde 1935 zusammen mit dem Geflügelzuchtverein Brand-Erbisdorf abgehalten. Es sollte anschließend bis 1948 dauern bis vom Verein wieder eine Ausstellung durchführte wurde. 1950 und 1957 waren es Allgemeine Schauen. 1960 veranstalteten wir als Verein zum ersten Mal eine Kreisschau. Ebenfalls waren 1965, 1975, 1978 und seit 1980 bis heute die Ausstellungen Kreisschauen. Seit 1968 wird von uns in jeder Ausstellungssaison eine Schau durchgeführt, leider mit einer Unterbrechung in den Saisons von 2020/2021, 2021/2022 und 2022/2023. 1979 kamen erstmals als Werbeschau die Kaninchen dazu und die später zu einem festen Bestandteil unserer Schau wurden. 1985 hatte sich noch eine besondere Schau an unserer angegliedert. Im Bürotrakt des Kartoffellagerhauses zeigten sich Rassekatzen. Insgesamt führte der Verein 72. Kleintierschauen durch, bei denen seit 1950 70261 Tiere ausgestellt worden, die sich bei Geflügel auf 58673 Tiere und bei Kaninchen 11588 aufschlüsseln.

Mitglieder 1978
Zur Jahreshauptversammlung 1957 wurden Wahlen abgehalten, hier wurde Martin Metzler zum Vorsitzenden gewählt. Er sollte in den nächsten 50 Jahren, maßgeblich die Geschichte des Vereines beeinflussen. Unter Ihm wurden die meisten Ausstellungen veranstaltet. Auch fällt in seine Zeit, die nächste politische Wende. Den nach ihr mussten alle Vereinsrelevanten Gegebenheiten, wie die Satzung und auch die finanziellen Angelegenheiten, an die neuen Gesetze angepasst werden. So kam es das wir 1993 uns eine neue Satzung gaben und uns in den Kleintierzüchterverein 1925 Großwaltersdorf e.V. umbenannten. 1997 wurde dann noch die Gemeinnützigkeit in der Satzung verankert. 2007 trat Martin dann aus Altersgründen als Vorsitzender zurück und amtierte noch bis 2010 als Kassierer. Seine Amtszeit wurde durch private Angelegenheiten von 1960 bis 1964 kurz unterbrochen. Georg Weinhold leitet in dieser Zeit die Geschicke des Vereines. An dieser Stelle sollten noch ein paar leider nicht mehr unter uns weilenden Mitglieder, die das Vereinsgeschehen in der Neuzeit auch mitprägten, genannt sein. So zum Beispiel Hans Bender, Werner Buschmann, Bruno Schlichting, Reiner Auerbach, Horst Auerbach, Manfred Seifert, Günter Morgenstern, Günter Großmann, Helmut Helbig und Klaus Helbig, diese Aufzählung erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollzähligkeit. Seit 2007 führt der Zuchtfreund Uwe Helbig den Verein.

Der ehemalige Vorsitzende Martin Metzler
Wenn wir nun noch mal zurückgehen zur Gründung des Vereines so ist von den ersten Jahren sicherlich noch erwähnenswert das auch damals schon überregionale Züchterkontakte gab, so waren 1932 Zuchtfreunde vom Tharandter Geflügelzuchtverein bei uns zu Besuch, um sich mit unseren Mitgliedern Tiere und deren Stallanlagen anzuschauen sowie ein geselliges Züchtertreffen durchzuführen. Auch sind in dieser Zeit schon von Großschauen A-Bögen eingegangen, wie zum Beispiel aus Hannover und von der Fortuna Schau in Berlin. Öffentliche Tanzveranstaltungen, Tierbesprechungen und Vorträge von Rednern, die durch die Geflügelbörse angeboten wurden, gehörten damals ebenfalls zum Vereinsleben.
Von 1925 bis 1933 war Artur Lange Vereinsvorsitzender, 1933 folgte ihm Rudolph Pfefferkorn der bis 1957 Vorsitzender war. In dieser Zeit einen Verein zu führen war sicherlich nicht einfach, den in diese Periode fällt der Krieg und der Neuanfang danach. So ist aus den Protokollbüchern zu erfahren, das gleich nach dem Kriegsbeginn, an im Felde stehende Zuchtfreunde, ein Paket im Wert von 2 M gesendet werden soll. Vor und in der Kriegszeit ging es vor allem in den Versammlungen um die Verteilung von Futter an die Mitglieder, Legelisten von Hühnern und Tierbestandserfassungen. Sicherlich um die Bevölkerung mit Lebensmittel zu versorgen. Am 18.06.1944 wurde erstmal die letzte Versammlung durchgeführt. In ihr ging es nochmal um neue Mitglieder und um eine Tischbewertung.
1948 am 14.02. war dann die erste Zusammenkunft, in ihr wurde der Verein wieder mobilisiert. Auch hier waren wie bei der Gründung 14 Zuchtfreunde anwesend. Ging es während des Krieges schon um die Futtermittelverteilung so war es in den nächsten Jahren dieselben Probleme, für Mitglieder Futter zu besorgen und zu verteilen. Zum 25jähriegem Bestehen 1950 gab es ein Jubiläumsessen. 1952 wurde ein Pfannkuchenessen abgehalten.   

Mitglieder 2020
Reiselustig war der Verein auch schon immer dafür sprechen die Ausfahrten, die organisiert wurden. Nachweislich wurden 1969 zur Woche der Kleingärtner nach Markleeberg gefahren. 1972 folgte eine Reise in CSSR. Auch Großschauen waren vor uns nicht sicher. 1992 sind wir zur 74.Nationalen Rassegeflügelschau in Frankfurt/M. gefahren, 1995 folgte die Ausfahrt zur VDT-Schau mit 70000 Tieren nach Nürnberg, 2002 war dann die VDT-Schau in Erfurt die wir besuchten und zu der auch einige von uns ausstellten. Ausgestellt haben einige auch zu den Europaschauen 1998 in Brno und 2004 in Prag. Um die Tiere dann wieder nachhause zu holen, ist der Verein mit dem Bus hingefahren. Traditionell fahren wir nun schon, jedes 2. Adventwochenende zur LIPSIA nach Leipzig.
1995 führten wir im Rahmen des Festes der Vereine unser erstes Hähnewettkrähen durch. Seitdem ist es eine feste Größe in unserem Vereinsleben, denn wir führen es, mit einer kurzen Unterbrechung durch die Geflügelgrippe, jährlich durch.
Unser derzeitige Mitgliederstand steht bei 38 Zuchtfreunden, davon sind 4 Jugendliche. Einzeln aufgegliedert beschäftigen sich 25 Mitglieder mit Geflügel, 9 sind Züchter von Kaninchen und 5 befassen sich mit Feder und Haar.
Nun hoffen wir das der Kleintierzüchtervereines 1925 Großwaltersdorf mindestens weitere 100 Jahre besteht und damit die Tradition fortgesetzt wird, die mit der Gründung 1925 begonnen hat.
Zurück zum Seiteninhalt